Das Trumpmonster, der Heilige Obama und ein Blocker namens Fefe

Ich dachte ich müsste nicht extra erwähnen, dass ich (aus der Ferne) Trump für einen Unsympathen halte und wenn ich das Glück hätte, zu wählen, ich wohl lieber mit Obama (so wie ich ihn aus den Medien kenne), ein Bier trinken würde. Wenn mich denn einer von den beiden einladen würde…

Hätte ich es mal gesagt, dann wäre ich wahrscheinlich nicht auf Fefes Blacklist! Unverständlich? Dann von Anfang an:

Neulich klickte ich mich mal wieder durchs Internet, landete bei meinem Lieblingsblogger Fefe und sah, dass er Naomi Klein zitierte. Wenn etwas von Naomi Klein kommt, dann lese ich das sofort! Die paar Zeilen waren deutlich und ich dachte dann: Tja, da haben dann also die USA schon damals bei der Erarbeitung des Klimaabkommens also alles so gestaltet, dass sie auch wieder einfach so aus dem Klimaabkommen aussteigen konnten.

Ich kehrte nun wieder zu meiner Arbeit zurück und einen Tag später sah ich, dass er erst einen, dann zwei und dann einen dritten Link zu Trumps aktuellem Klimaabkommensaustritt postete und dann auch noch die Rede Macrons auf Englisch präsentierte. Ich sah die Rede Macrons.

Hier stockte ich. Ich ging auf die Webseite von Fefe zurück. Ich scrollte runter. Ich las den Naomi Klein-Eintrag noch einmal. Ich ging auf den Link und las den Artikel und bei der Hälfte fiel mir auf, dass ich bisher den Namen Obama überhaupt nicht gelesen hatte. „Wait, what???“ würde Fefe da schreiben. Also suchte ich Obama in der Suchfunktion. Resultat: 0.

Warum sollte ich überhaupt Obama suchen? Ganz einfach: Die Obamaadministration ging in das Klimaabkommen und die Trumpadministration geht wieder raus. Die Obamaadministration verhandelt all das, was  die  Trumpadministration später nutzt. Wie sagte Naomi Klein?

„The fact that it is an “agreement” or an “accord” and not a treaty — the very thing that makes it possible for Trump to stage his action-movie slow-mo walk away, world in flames behind him — was lobbied for and won by the United States.“

Und genau die letzten beiden Worte ließen mich seltsam fühlen. Klein wiederholt nämlich im Stakkato: was lobbied for and won by the United States. Irgendein nicht näher genannter Aktant, außer den Vereinigten Staaten, haben dieses Abkommen so beeinflusst, dass der neue Präsident einfach so rausgehen konnte. Warum aber wird ein Präsident beim Namen genannt, der andere aber nicht?

Und dann dachte ich daran, dass Fefe sich letztens auch über Obama beim Evangelischen Kirchentag geäußert hatte und, dass er im selben Zeitraum den Dokumentarfilm National Bird über die Drohnenmorde und negativen Konsequenzen für Whisteblower unter der US-Regierung empfohlen hatte. Irgendwas machte mich dann noch stutziger. Denn eigentlich hatte ich Fefe als den Blogger kennengelernt, der am ehesten über Drohnen, Wahlfälschungen, Meinungsbeeinflussung und ähnliches in den USA schreibt. Völlig unabhängig davon, ob das unter Obama passiert oder unter anderen Präsidenten. Aber plötzlich sehe ich, dass Trump immer die Meldung bestimmt, wo Obama vorher aber nicht erwähnt wird.  Unter Obama waren Drohnenmorde, das Dauerbombardement des Jemens und die Ausweisung von Einwanderern aus den USA kein Thema. Seit Trumps Antritt sie es.

Warum kommt es plötzlich zum Benennen eines bestimmten Übeltäters, während vorher der Mann in derselben Rolle eher nicht erwähnt wird? Das motivierte mich dann zu einer Nachricht an Fefe.

Eigentlich wollte ich nur wissen, ob er diesen meinen Eindruck teilt, dass, um es mal extrem zu formulieren, bei allem Schlechten unter Obama der Präsidenten namentlich nicht erwähnt wird und Trump bei egal was benannt wird.

Wenn es bis jetzt noch nicht klar geworden ist: Das Muster, welches ich da gesehen habe ist: TRUMP tritt aus dem Klimaabkommen  aus. Nicht die USA. Die USA haben es nur verhandelt. Unterschrieben hätte dann OBAMA, wird aber nicht erwähnt. Der Unterschied: TRUMP erscheint als Alleinherrscher, während OBAMA nur ein ganz normales demokratisches Staatsoberhaupt zu sein scheint, das das Opfer einer bestimmten amerikanischen Lobby ist. Die Wahrnehmung Obamas als Präsident mit gutem Willen ist mir persönlich sogar viel sympathischer und ich möchte sie auch glauben. Nur wird Obama so zur gefügig  gemachten Puppe amerikanischer Lobby und Trump zum ABSOLUT selbständigen Akteur. Dabei haben sie beide die gleiche Lobby und die gleichen Strukturen hinter, über unter und vor sich und sie wussten das, als sie ins Amt gekommen sind.  Und ich sehe eben auch, dass die Politik sich nicht gravierend ändert und auch ein Trump ein Oberstes Gericht hat und ein Parlament, dass sich ihm widersetzen kann. Die populistischen Anti-sieben-irrational-ausgewählte-Moslemstaaten Einreisebestimmungen sind heute ebenso nichtig, wie die Russland-Sanktionen immer noch voll da. Eigentlich hat sich nichts geändert, aber in den Medien ist der Teufel los.

(Noch einmal als verdeutlichendes Beispiel, in dem mir diese Struktur aufgefallen ist: Trump wollte die die Wall zu Mexiko von Clinton, Bush und Obama gebauten 700 Meilen auf symbolische 1000 Meilen erweitern. Die 700 real existierenden Kilometer wurden in den Medien praktisch nicht erwähnt. Warum hat niemand Clinton, Bush und Obama dafür attackiert, dass sie die 700 km nicht abgerissen haben?)

Was habe ich also getan, um von Fefe blockiert zu werden?

Prägnant polemisch sprach ich in der Mail an Fefe vom Heiligen Obama und dem Trumpmonster. Der eine habe das Abkommen ausgehandelt, der andere trete eben aus. Gleichzeitg wollte ich nicht, dass Fefe sich auf „Medienkompetenzübung“ rausreden kann, sondern Farbe bekennt: Also schrieb ich darunter: Medienkompetenzübung?-*Gähn*-Bias.

Aber ich hatte eben nicht erwähnt, dass ich Trump unsympathisch finde. Die Reaktion von Fefe hatte es in sich. Ich weiß, dass meine Ausgangsmail leicht falsch verstanden werden konnte. Trotzdem muss ich meiner Überraschung Ausdruck verleihen, dass ein (von mir gern gelesener/gehörter) Polemiker wie Fefe so auf eine Zuspitzung meinerseits reagiert. Ich würde mir wünschen, dass Fefe das hier liest und mir inhaltlich antwortet. Denn angesichts dessen, dass er den Klimazweiflern später ins Stammbuch schrieb, dass Trump seinen Golfplatz mit einem Schutzwall gegen steigendes Wasser ausstatten lässt, gehe ich davon aus, dass er mich für einen Trumpfreund gehalten hat.

Seine Mail war ähnlich zugespitzt wie die meinige, aber es hatte was von „Machdochrüberwennsdirhiernichtpasst“. Ich werde das Ganze jetzt nicht näher ausführen, auch wenn die ganze emotionale Dimension der Antwort erst in der schließenden Allegorie Fefes zum Ausdruck kam. Aus Privatsphäregründen jedoch veröffentliche ich hier wie gesagt nix. Meine Antwort auf seine emotionale Email sollte eine brave und in der Sache weniger polemische als die Ursprüngliche sein und in etwa diesen Text hier beinhalten, den man hier lesen kann. Aber ich war auf der schwarzen Liste gelandet. Meine Mail wurde blockiert. Schade.

 

PS: Meine Verschwörungstheorie ist ja eigentlich die: Die US-amerikanische Politik hatte NIE die Absicht, das Klimaabkommen durchzuführen. Man hat Obama einen PR-Erfolg feiern lassen in der Gewissheit, dass man das nicht verpflichtende Abkommen nicht einhalten würde. Vermutlich hätte es auch Clinton nicht eingehalten. Die Zusammenhänge erklärt Naomi Klein selbst in ihrem neuesten Buch  „Die Entscheidung:  Kapitalismus vs. Klima.

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